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Norden und die Reederei Frisia

Foto: Stromann (OK)

Der Norder Rat hat sich in seiner Sitzung am 18. Februar 2010 einstimmig dagegen ausgesprochen, der Reederei Norden-Frisia eine Erweiterung des Juist-Anlegers auf der Westseite der Norder Mole zu gestatten. Diese Entscheidung hat in der Öffentlichkeit (vgl. auch die Presseberichterstattung zu diesem Thema) für erheblichen Wirbel gesorgt.

Worum geht es in der Sache?

Bereits im Jahr 2007 hat der Rat der Stadt Norden eine Veränderungssperre für den Norder Hafen beschlossen. Ziel war und ist es, den Fährbetrieb und die damit einhergehende Konzentration des Autoverkehrs in den Osthafen zu verlagern und gleichzeitig den Westhafen stärker als bislang für touristische Zwecke zu erschließen und in diesem Zuge die Ortsmitte von Norddeich zu entwickeln.

Zwischen der Stadt Norden und der Reederei NordenFrisia ist zu diesem Zwecke ein städtebaulicher Vertrag geschlossen worden, in welchem exakt diese Ziele fixiert sind. Die Voraussetzung dafür, den Autoverkehr an den Osthafen einzubinden, ist mit der Fertigstellung der Umgehungsstraße von Seiten der Stadt erfüllt worden.

Im Gegenzug ist die Reederei Norden-Frisia bislang, was die Verlagerung des Fährbetriebs in den Osthafen betrifft, nicht so recht vorangekommen; fast folgerichtig häuften sich seit einem halben Jahr vor allem Juister Klagen bei NPorts und der Reederei Norden-Frisia, dass der Juist-Verkehr im Norder Hafen immer problematischer werde.

Um der Probleme Herr zu werden, hatte die Reederei Norden-Frisia deshalb die Stadt Norden gebeten, eine bis Ende 2011 befristete Übergangslösung für den Reiseverkehr nach Juist im Westhafen zu schaffen. Diesen Antrag haben der Verwaltungsausschuss und der Rat der Stadt Norden einstimmig abgelehnt.

Bürgermeisterin Barbara Schlag (ZoB) betonte in der Ratssitzung, dass sich die Zusammenarbeit mit NPorts und der Reederei Norden-Frisia seit Jahren schwierig gestalte und von Unverständnis, Ärger, Misstrauen und Unsicherheit geprägt sei; damit gab sie die Haltung des Norder Rats wieder. ZoB-Vorsitzender und Allianzsprecher Matthias Fuchs forderte die Reederei Norden-Frisia auf, den städtebaulichen Vertrag einzuhalten und der Entwicklung des Norder Ortskerns nicht weiter im Wege zu stehen.

Gerade auch im Hinblick auf die angestrebte Anerkennung Norddeichs als Nordseeheilbad wäre es in der Tat fatal, wollte man den Verkehr von der Umgehungsstraße wieder in den Westhafen zurückholen. "Rote Karte für die Frisia!" titelte der Ostfriesische Kurier am Tage nach der Ratssitzung.

"Pacta sunt servanda" - Verträge müssen eingehalten werden. So hieß es schon im alten Rom; bis 2011 hat sich daran nichts geändert.

Eckhard Lüers (ZoB-Vorsitzender)