Seit knapp einem Jahr beherrscht die Frage , ob an der Grundschule Süderneuland eine Ganztagsschule eingerichtet werden soll, Sitzungen des Jugend- und Bildungsausschusses, und selbst Insider verlieren angesichts der diskutierten Varianten mitunter den Überblick.
Worum geht es in der Sache?
Fakt ist zum einen, dass die Grundschule Süderneuland vor knapp einem Jahr den Antrag gestellt hat, Ganztagsschule werden zu wollen, und dafür ein pädagogisches Konzept vorgelegt hat. Dieser Antrag wird parteiübergreifend befürwortet, und die Stadt hat trotz leerer Kassen alles in ihren Kräften Stehende getan, um eine adäquate Lösung zu präsentieren; eine Mensa und ein Ruhe- und Freizeitbereich sollen geschaffen werden, und all dieses zudem in einer Funktionseinheit.
Fakt ist zum anderen, dass die Schule die von der Verwaltung vorgeschlagene Lösung so nicht akzeptiert und inzwischen auch in öffentlichen Verlautbarungen deutlich macht, man wolle im Zuge der Umbaumaßnahmen gleichzeitig gern eine Pausenhalle haben. Falls diesem Begehren nicht Rechnung getragen werde, wolle man auch die Ganztagsschule nicht mehr verwirklichen.
Ob den Eltern und Kindern, die sich für die Schaffung einer Ganztagsschule engagiert haben, mit dieser Verhandlungsstrategie der Schulleitung gedient ist, darf bezweifelt werden. Die Stadt Norden und die Politiker dieser Stadt mit der Alternative "Ganz oder gar nicht!" unter Druck setzen zu wollen, setzt hohe Pokerqualitäten voraus, und zumindest die Allianz ist nicht bereit, diese Spielchen mitzuspielen.
Führt man sich vor Augen, dass seit Jahren etwa 25% der städtischen Ausgaben in den Bildungsbereich fließen und gerade die Grundschule Süderneuland mit ihren ca. 175 Schülern im Vergleich zu anderen Grundschulen sicherlich nicht schlecht aufgestellt ist, gebietet es die Logik der Vernunft, nicht allen Forderungen, die an Stadt und Politik herangetragen werden, bedingungslos zu folgen.
Wenn sich die SPD, die sich mit der Allianz gemeinsam bis vor wenigen Wochen in der Sache völlig einig war, nun urplötzlich in rein populistischer Manier mit den Eltern und der Schulleitung solidarisiert und die Maximalforderungen, die die Stadt ca. 150.000 € zusätzlich kosten würden, unterstützt, spricht das im Grunde für sich. Auf den Oppositionsbänken zu sitzen, ist vielleicht nicht immer leicht; sich aller Verantwortung für die finanziellen Grundlagen jedoch zu entledigen, ist mehr als nur billig.
Eckhard Lüers ZoB-Vorsitzender
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